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Fotos: Franziska Callensee; Rendering: Tim Nolte; Grafikdesign: Adrian Mesek

 

Funktion

Insekten enthalten gegenüber Fleisch aus konventioneller Viehzucht mehr Proteine, stoßen beträchtlich weniger Treibhausgase aus, brauchen weniger Nahrung als Nutzvieh und müssen nicht mit Medikamenten behandelt werden, um die Massentierhaltung zu überstehen. Die Platz sparende Unterbringung in der BugBox ermöglicht zudem eine artgerechte Haltung und Zucht in den eigenen vier Wänden, ganz im Sinne des beliebten Home farmings. Durch den Verzehr und die Zucht von Insekten in Punkto Fleischkonsum zum Selbstversorger zu werden, hat nicht nur ökologische Vorteile wie z.B. wegfallende Transportwege. Die Herkunft des Lebensmittels ist durch Eigenhaltung und Zucht transparent. Man isst, was man selbst gefüttert hat. Eine mit Mehlwürmern befüllte BugBox deckt den Fleischbedarf eines herkömmlichen Zweipersonen–Haushaltes für eine Woche ab. Für die Zucht benötigt man eine zweite der stapelbaren BugBoxen, in der die Puppen und Käfer untergebracht werden. Die Würmer leben in Mehl, was ihre Hauptnahrung ist. Alle zwei Tage sollte man ihnen Reste frischen Obstes oder Gemüses in die Box legen. Damit man zur Pflege und Reinigung nicht viel Zeit aufwenden muss, ist im Boden der BugBox ein Sieb eingelassen. Zum Reinigen hebt man die Box aus dem Holztablett und lässt das Mehl in das Tablett rieseln. Getötet werden die Würmer, indem man sie in das Tiefkühlfach stellt. Sie fallen in Winterschlaf und sterben dann.

Inspiration

Aktuell leben 7,0 Milliarden Menschen auf der Erde. 2050 werden es schon 9,1 Milliarden Menschen sein. Werden die aktuellen Lebensgewohnheiten beibehalten, bräuchte man dann drei Erden, um den Lebensmittelbedarf aller Menschen zu decken. Bereits heute leiden Menschen Hunger und kommen selten oder nie in den Genuss nährstoffreicher Nahrung, wie wir sie kennen. So wird in einigen Ländern Asiens, Afrikas und Südamerikas der Nährstoffbedarf durch den Verzehr von Insekten gedeckt – für uns Europäer eine befremdliche Vorstellung, deren Abneigung auf einem kulturell anerzogenen Ekel beruht. Dennoch handelt es sich dabei nur um Gewohnheiten, die willentlich genauso schnell abgelegt werden können, wie sie sozial erworben wurden. Angesichts der knapper werdenden Weideflächen für Vieh und den kontinuierlich steigenden Preisen für Fleisch, brauchen wir eine Alternative zum herkömmlichen Fleisch.

Entwicklung

Das Projekt entstand in einem interdisziplinären Kurs an der FH Düsseldorf. Startpunkt war die Idee, Insekten als Alternative zu Fleisch für den Privathaushalt nutzbar zu machen. Da Insekten in Deutschland und anderen EU Ländern nicht als Lebensmittel gelten, ist die private Zucht sinnvoll. Im Selbstversuch haben wir Insekten gezüchtet und gegessen. Als Grundlage der Entwicklung recherchierten wir rund um das Thema Insektenessen, Nährstoffgehalt, Angebot, Gesetze und Kultur. Die Boxen haben wir am Computer entworfen und anschließend einen Prototypen der BugBox gebaut. Das Projekt beinhaltet die BugBox als Produkt und ein Konzept mit dem Ziel, Insektenessen für Europäer attraktiv zu machen. Eine Zusammenarbeit mit Franziska Callensee & Adrian Meseck.

Anerkennung des Internationalen Marianne Brandt Wettbewerbs 2013 in der Kategorie „Cradle-to-Cradle“

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Function

In contrast to meat produced in conventional animal husbandry, insects contain more proteins, cause less emissions and need less food compared to livestock. Furthermore, there is no need of drug treatment to survive mass  farming. The space-saving placing of insects in the BugBox enables  adequate animal housing and breeding at home. There are not only ecological advantages (like the elimination of transport) by becoming a self-supporter  in terms of breeding and consumption of insects. The origin of food is transparent because of home farming and breeding. You eat what you feed yourself. A BugBox filled with flour worms supplies a 2-person-household with meat for one week. For breeding, a second stackable BugBox is needed, in which the pupae and bugs are kept. The worms live in flour which is their main food. There is a sieve to facilitate and time-shorten care and cleaning. To clean the box you lift it from the tray and simply dump the flour into it.

 

Inspiration

Currently there are 7 billion people on earth. In 2050 it will even be 9.1 billion. If we stick to our current lifestyle, we will need three earths to guarantee food supply for everyone. Already today there is famine and many people seldom or never get nutrient-rich food as we know it. This is why nutritional requirements in some countries of Asia, Africa and South-America are met by eating insects – a strange idea for Europeans caused by cultural disgust. Nevertheless, these habits and customs can deliberately be given up as fast as they have been socially acquired. Caused by lack of pasture and the continuously rising prices for meat, we are in need of an alternative to conventional meat. In cooperation with Franziska Callensee & Adrian Meseck.

Distinction of the 5.th International Marianne Brandt Wettbewerb category „cradle to cradle“